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	<title>Deepseek - FondsBlog</title>
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	<description>Fundierte und objektive Analysen von aktiv gemanagten Fonds und ETFs</description>
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	<title>Deepseek - FondsBlog</title>
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		<title>China-Tech auf der Überholspur? Fonds und ETFs als Alternative zu US-Tech</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dirk Top]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 15:40:06 +0000</pubDate>
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<figure id="attachment_2664" aria-describedby="caption-attachment-2664" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2664" src="https://www.investmentfonds.blog/wp-content/uploads/2026/10/china-tech-titelbild.webp" alt="Titelbild zum Artikel über China-Tech Fonds und ETFs im Vergleich zu US-Tech" width="300" height="200" /><figcaption id="caption-attachment-2664" class="wp-caption-text">China und USA im Technologiewettbewerb um KI, Halbleiter und Zukunftstechnologien.</figcaption></figure>
<p><strong>Seit dem sogenannten „DeepSeek-Moment“ im Januar 2025 wird Chinas Technologiesektor auch im Westen neu bewertet.</strong> Das chinesische KI-Modell zeigte, dass leistungsfähige Systeme trotz eines begrenzten Zugangs zu modernsten US-Chips vergleichsweise effizient entwickelt werden können. Inzwischen ist der Leistungsabstand zwischen führenden amerikanischen und chinesischen KI-Modellen deutlich geschrumpft.</p>
<p>Damit stellt sich für Kapitalanleger eine wichtige Frage: <strong>Sind China-Tech-Aktien inzwischen ebenso aussichtsreich wie US-Tech? Und sollte man über einen aktiv gemanagten Fonds oder ETF investieren?</strong></p>
<p><span id="more-2988"></span></p>
<h2>Technologieerfolg ist nicht automatisch Anlageerfolg</h2>
<p>China besitzt überzeugende strukturelle Vorteile: eine große Zahl gut ausgebildeter Ingenieure, einen riesigen Binnenmarkt, staatliche Förderung und besondere Stärken bei Batterien, Elektroautos, Robotik, industrieller Automatisierung sowie kosteneffizienter KI. Die USA führen dagegen weiterhin bei Hochleistungschips, Hyperscale-Cloud, globaler Software und privatem KI-Kapital.</p>
<p>Für Anleger ist jedoch eine zweite Ebene entscheidend: Technologischer Fortschritt führt nur dann zu guten Aktienrenditen, wenn Unternehmen daraus nachhaltig Gewinne, freien Cashflow und eine angemessene Kapitalrendite erzielen. Staatliche Förderung kann Kapazitäten schaffen, zugleich aber Überinvestitionen, Preiskämpfe und niedrige Margen verursachen.</p>
<p>Der Kursverlauf liefert einen wichtigen Realitätscheck: Trotz großer technologischer Fortschritte entstand bislang kein beständiges China-Tech-Alpha. Der Hang Seng TECH Index blieb im Oktober 2026 deutlich von seinen früheren Höchstständen entfernt. Ein technologischer Aufholprozess ist also nicht automatisch mit einer überlegenen Börsenentwicklung gleichzusetzen.</p>
<h2>China-Tech versus US-Tech</h2>
<div style="overflow-x:auto;">
<table>
<thead>
<tr>
<th>Kriterium</th>
<th>China-Tech</th>
<th>US-Tech</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Technologische Dynamik</td>
<td>Sehr hoch, besonders bei KI-Effizienz, EVs, Batterien, Robotik und Lokalisierung</td>
<td>Führend bei Spitzenchips, Hyperscale-Cloud und globaler Software</td>
</tr>
<tr>
<td>Bewertung</td>
<td>Plattformtitel teilweise günstig, Halbleiterwerte mitunter teuer</td>
<td>Höher bewertet, aber durch starke Margen und Cashflows gestützt</td>
</tr>
<tr>
<td>Gewinnqualität</td>
<td>Uneinheitlich, teilweise hohe Investitionen und starker Preisdruck</td>
<td>Im Durchschnitt höhere Margen und berechenbarere Cashflows</td>
</tr>
<tr>
<td>Aktionärsschutz</td>
<td>Regulierungs-, VIE- und geopolitische Risiken</td>
<td>Vergleichsweise verlässliche Eigentums- und Kapitalmarktrechte</td>
</tr>
<tr>
<td>Renditechance</td>
<td>Höheres Aufholpotenzial bei sinkender Risikoprämie</td>
<td>Robusteres langfristiges Kerninvestment</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<p>Die präziseste Antwort lautet daher: <strong>China-Tech ist eine interessante Ergänzung, aber noch kein gleichwertiger Ersatz für US-Tech.</strong> Chinesische Aktien bieten möglicherweise das größere Bewertungs- und Aufholpotenzial. US-Technologie bleibt aufgrund besserer Gewinnvisibilität, globaler Monetarisierung und geringerer politischer Risiken das solidere Kerninvestment.</p>
<h2>Einzelaktien nur kurz eingeordnet</h2>
<ul>
<li><strong>Tencent</strong> verbindet einen starken Plattform-Moat und hohe Cashflows mit einer vergleichsweise moderaten Bewertung.</li>
<li><strong>Alibaba</strong> bietet große Cloud- und KI-Chancen, investiert dafür jedoch enorme Summen und belastet damit den freien Cashflow.</li>
<li><strong>Baidu</strong> ist eine spekulativere Transformationswette: Das KI-Geschäft wächst, muss aber die Schwäche des traditionellen Such- und Werbegeschäfts ausgleichen.</li>
<li><strong>SMIC</strong> profitiert von Chinas Halbleiterlokalisierung, ist jedoch kapitalintensiv und nicht mehr günstig bewertet.</li>
<li><strong>BYD und Xiaomi</strong> sind technologisch interessant, besitzen aber zugleich die Margen- und Zyklusrisiken von Hardware- beziehungsweise Automobilherstellern.</li>
</ul>
<p>Die oftmals hohen Analystenziele für chinesische Technologiewerte sollten nicht mit sicheren Renditeprognosen verwechselt werden. Sie spiegeln häufig die Annahme wider, dass sich Chinas politische Risikoprämie normalisiert und hohe Investitionen später attraktive Erträge liefern. Beides ist keineswegs garantiert.</p>
<h2>Braucht man einen China-Tech-ETF?</h2>
<p>Wer bereits weltweit investierende Technologiefonds wie z. B. Polar Capital Global Technology, Fidelity Global Technology oder BGF Next Generation Technology besitzt, benötigt nicht automatisch einen zusätzlichen China-ETF. Aktive Fonds können ihre China-Quote selbst erhöhen, sobald das Management dort bessere Chancen erkennt. Fidelity hat diese Freiheit zuletzt bereits genutzt und China sowie Hongkong deutlich stärker gewichtet als seine Benchmark.</p>
<p>Ein zusätzlicher China-Tech-ETF ist deshalb keine neutrale Diversifikation, sondern eine <strong>bewusste regionale Übergewichtung</strong>. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn Anleger unabhängig von den Entscheidungen globaler Fondsmanager dauerhaft eine feste China-Tech-Quote halten möchten.</p>
<p>Der <strong>HSBC Hang Seng TECH UCITS ETF</strong> (WKN A2QHV0) bildet 30 große Technologieunternehmen aus Hongkong ab. Er bietet einen transparenten Zugang zu Konzernen wie Tencent, Alibaba, Xiaomi, Meituan, NetEase und BYD. Dafür konzentriert er sich stark auf große Plattform-, Internet-, Hardware- und Fahrzeugunternehmen und erschließt chinesische A-Shares aus Industrieautomation, Spezialhalbleitern oder Medizintechnik nur begrenzt. Details bei <a href="https://www.assetmanagement.hsbc.de/de/institutional-investors/funds/ie00bmwxkn31" title="HSBC">HSBC</a>
</p>
<h2>Aktive Fonds und ETF als Alternativen</h2>
<p>Je nach Anlageziel können andere China-Fonds den vorhandenen globalen Technologiebaustein besser ergänzen:</p>
<div style="overflow-x:auto;">
<table>
<thead>
<tr>
<th>Produkt</th>
<th>Schwerpunkt</th>
<th>Wichtigstes Risiko</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>HSBC Hang Seng TECH ETF</td>
<td>Große, liquide China-Tech-Konzerne</td>
<td>Konzentration auf Hongkonger Mega-Caps</td>
</tr>
<tr>
<td>Allianz China Future Technologies</td>
<td>Plattformen, A-Shares und industrielle Zukunftstechnologien</td>
<td>Hohe Kosten je nach Anteilklasse und Manager-Risiko</td>
</tr>
<tr>
<td>Matthews China Innovators</td>
<td>Aktives Stock-Picking abseits der üblichen Indexschwergewichte</td>
<td>Strategie- und Titelauswahlrisiko</td>
</tr>
<tr>
<td>KraneShares STAR 50 ETF</td>
<td>Halbleiter, Deep Tech und technologische Autarkie</td>
<td>Sehr hohe Konzentration, Bewertung und Volatilität</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<p>Der <strong>Allianz China Future Technologies</strong> investiert sowohl in chinesische Onshore- als auch Offshore-Aktien. Neben bekannten Plattformunternehmen kann er auch Batteriehersteller, Halbleiterausrüster und industrielle Technologieführer halten. Das Konzept ist breiter als der Hang Seng TECH Index. Anleger sollten jedoch unbedingt die Kosten der verfügbaren Anteilklasse prüfen. Günstigere institutionelle Tranchen sind teilweise auch für Privatanleger erhältlich. Mehr dazu im Beitrag <a href="https://www.investmentfonds.blog/fondskosten-senken-guenstige-tranchen-auch-fuer-privatanleger/">Fondskosten senken: günstige Tranchen auch für Privatanleger</a>.</p>
<p>Der <strong>Matthews China Innovators</strong> (WKN der I-Tranche A1JSXM) setzt stärker auf innovative chinesische Unternehmen jenseits der bekannten Mega-Caps. Das kann die vorhandenen globalen Technologiefonds sinnvoll ergänzen. Allerdings wurde die Strategie im April 2026 geändert. Seitdem liegt der Fokus auf All Shares und nicht mehr nur auf Small Caps. <strong>Deswegen ist wichtig: die frühere Wertentwicklung lässt sich nicht uneingeschränkt auf das heutige Mandat übertragen.</strong> Details zum Fonds bei <a href="https://www.matthewsasia.com/funds/etfs/china-innovators-active-etf/" title="Matthews Asia">Matthews Asia</a></p>
<p>Der <strong>KraneShares STAR 50 ETF</strong> investiert in Unternehmen des Science and Technology Innovation Board in Shanghai. Seine Schwerpunkte liegen bei chinesischen Halbleitern und Deep Tech. Das Produkt bietet das deutlichste Exposure zu Chinas technologischer Autarkie, ist aber hoch konzentriert und volatil. Es eignet sich eher als kleine Spezialwette denn als breit gestreuter China-Baustein. Details bei <a href="https://kraneshares.com/etf/kstr/" title="KraneShares">KraneShares</a></p>
<h2>Sollte die Währung abgesichert werden?</h2>
<p>Bei einem langfristigen Aktieninvestment ist eine Euro-Absicherung meist nicht zwingend. Wichtig: Eine in Euro notierende Anteilklasse ist noch nicht automatisch währungsgesichert. Entscheidend sind die Währungen der zugrunde liegenden Aktien und die konkrete Hedging-Methode.</p>
<p>Währungsgesicherte Tranchen verursachen Reibungsverluste durch Zinsdifferenzen, Devisentermingeschäfte und regelmäßiges Rollen. Bei einem kleinen China-Satelliten mit langem Anlagehorizont erscheint eine ungesicherte Tranche daher meist sinnvoller. Das Aktien-, Bewertungs- und Regulierungsrisiko dürfte die Währungsschwankungen deutlich überlagern.</p>
<p>Bei Bezeichnungen wie „H2-EUR“ sollte außerdem geprüft werden, ob tatsächlich die Portfoliowährungen – etwa Renminbi, Hongkong-Dollar und US-Dollar – oder lediglich die Basiswährung des Fonds gegenüber dem Euro abgesichert wird. Eine ausführlichere Einordnung finden Sie im Beitrag <a href="https://www.investmentfonds.blog/droht-nach-dem-aktiencrash-auch-ein-dollar-crash/">Droht nach dem Aktiencrash auch ein Dollar-Crash?</a></p>
<h2>Fazit: Ergänzung statt Ersatz</h2>
<p>China hat den technologischen Abstand zu den USA in mehreren Bereichen erheblich verkürzt und bei kosteneffizienter KI, Batterien, Elektrofahrzeugen, Robotik und industrieller Skalierung eigene Stärken aufgebaut. <strong>Daraus folgt aber nicht, dass China-Tech-Aktien automatisch die besseren Investments sind.</strong> Staatliche Einflussnahme, schwächerer Aktionärsschutz, geopolitische Konflikte, hohe Kapitalintensität und Preiskämpfe rechtfertigen weiterhin einen Bewertungsabschlag.</p>
<p>US-Tech bleibt daher das geeignetere Kerninvestment. China-Tech kann als begrenzter Satellit zusätzliches Renditepotenzial erschließen – besonders dann, wenn Bewertungen attraktiv sind und die politische Risikoprämie sinkt. Wer bereits globale Technologiefonds hält, kann die China-Auswahl grundsätzlich deren Fondsmanagement überlassen.</p>
<p>Ein zusätzlicher China-Fonds oder ETF ist vor allem dann konsequent, wenn ausdrücklich eine langfristige China-Tech-Übergewichtung gewünscht wird. Als Größenordnung erscheint für einen solchen Satelliten eher <strong>0,5 bis 2 Prozent des Gesamtdepots</strong> plausibel als eine große strategische Umschichtung.</p>
<p>Entscheidend ist letztlich nicht nur, ob China technologisch weiter aufholt. Entscheidend ist, ob der ausgewählte Fonds die daraus entstehenden Gewinne nach Kosten und Risiken tatsächlich für seine Anleger vereinnahmen kann.</p>
<p>Zum Hintergrund lesen Sie bitte auch unseren Artikel aus dem Januar 2025: <a href="https://www.investmentfonds.blog/deepseek-kuenstliche-intelligenz-aus-china/">Künstliche Intelligenz: DeepSeek aus China im Fokus</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6><strong>Copyright © 2026 investmentfonds.blog – alle Rechte vorbehalten</strong></h6>
<h6><strong>Hinweis:</strong> Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Daten. Dieser und andere Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, sind keine Empfehlungen und geben ausschließlich meine persönliche und private Meinung wieder. Weitere Hinweise siehe <a title="Disclaimer und Haftungsausschluss" href="https://www.investmentfonds.blog/disclaimer/">Disclaimer</a><br />
Dieser Artikel wurde redaktionell erstellt. KI‑Tools wurden ausschließlich zur Unterstützung bei Struktur, Formulierungen oder technischen Optimierungen eingesetzt.</h6><p>The post <a href="https://www.investmentfonds.blog/china-tech-fonds-etf-us-tech/">China-Tech auf der Überholspur? Fonds und ETFs als Alternative zu US-Tech</a> first appeared on <a href="https://www.investmentfonds.blog">FondsBlog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Künstliche Intelligenz: Deepseek aus China im Fokus</title>
		<link>https://www.investmentfonds.blog/deepseek-kuenstliche-intelligenz-aus-china/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dirk Top]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2025 16:20:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In der letzten Januarwoche gerieten die weltweiten Aktienmärkte in Aufruhr. Grund waren Berichte über das chinesische KI-Tool „Deepseek“, welches mit preiswerter Hardware und einem Bruchteil der Kosten ähnliche Ergebnisse wie seine milliardenschweren US-Pendants ChatGPT, Gemini &#38; Co erzielt haben soll. Kräftige Kursverluste, insbesondere bei den US-Technowerten, waren die Folge an den Börsen. Inzwischen hat sich &#8230; <a href="https://www.investmentfonds.blog/deepseek-kuenstliche-intelligenz-aus-china/" class="more-link">Weiterlesen <span class="screen-reader-text">Künstliche Intelligenz: Deepseek aus China im Fokus</span> <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Januarwoche gerieten die weltweiten Aktienmärkte in Aufruhr. Grund waren Berichte über das chinesische KI-Tool „Deepseek“, welches mit preiswerter Hardware und einem Bruchteil der Kosten ähnliche Ergebnisse wie seine milliardenschweren US-Pendants ChatGPT, Gemini &amp; Co erzielt haben soll. Kräftige Kursverluste, insbesondere bei den US-Technowerten, waren die Folge an den Börsen.</p>
<p>Inzwischen hat sich die erste Aufregung etwas gelegt. In der Folge soll der Sachverhalt nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch in Bezug auf die Konsequenzen für den Bereich der Kapitalanlage betrachtet werden:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-2129"></span></p>
<h3><strong><em>Technik:</em></strong></h3>
<p>Nach übereinstimmenden Berichten soll Deepseek auf einem ähnlichen Niveau wie OpenAIs o1-Version agieren. In einigen Benchmark-Tests hat es sogar besser abgeschnitten.</p>
<p>Die chinesische KI trainiert und optimiert seine Berechnungen so lange, bis das bestmögliche Ergebnis erreicht wird (reinforcement learning). Vergleichbar ist dies mit den Programmen Alpha Zero GO und Leela Chess Zero. Diese KI-Tools spielten solange gegen sich selber, bis sie fähiger und erfolgreicher als Menschen waren. Die KI lernt ohne menschliche Eingriffe und entwickelt sich immer weiter.</p>
<p>In punkto Deepseek wurden in der Zwischenzeit Zweifel geäußert, ob die von chinesischer Seite genannten geringen Kosten den Tatsachen entsprechen. Und wie weit das KI-Modell von einer Übernahme gelernten Wissens anderer KI-Modelle profitiert haben könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><em>Kapitalanlage:</em></strong></h3>
<p>Deepseek soll nur ca. 5% der Entwicklungskosten seiner US-Pendants verursacht haben. Dies wirft die Frage auf, ob weiterhin hohe Investitionen in teure Hardware (Chips, Rechenzentren, Stromerzeuger etc.) notwendig sein werden. Wodurch dann wiederum Firmen wie Nvidia &amp; CO unter Druck geraten können. Auf der anderen Seite könnten aber auch der Software-Sektor und Unternehmen, die von Produktivitätssteigerungen durch KI profitieren, Profiteure der durch Deepseek angestoßenen Entwicklung sein. Stichwort: KI-Agenten. Diese können autonom Aufgaben übernehmen, die bisher nur ein Mensch erledigen konnte.</p>
<p>Weitere Betrachtungen diesbezüglich siehe den Artikel &#8222;Ist das Deepseek-Drama ein Wendepunkt für KI-Trades?&#8220; bei <a href="https://privatebank.jpmorgan.com/eur/de/insights/markets-and-investing/tmt/is-the-deepseek-drama-a-gamechanger-for-the-ai-trade">JP Morgan</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><em>Fonds und ETFS:</em></strong></h3>
<p>Bereits im September 2023 wurde an dieser Stelle gefragt: <a href="https://investmentfonds.blog/kuenstliche-intelligenz-welche-etf-wuerde-chatgpt-empfehlen/">Welche ETF würde ChatGPT empfehlen?</a></p>
<p>und im November 2024 wurden die anderen KI-Tools interviewt: <a href="https://investmentfonds.blog/welche-fonds-und-etf-wuerden-die-ki-empfehlen/">Welche Fonds und ETF würden Perplexity, Gemini und Copilot empfehlen?</a></p>
<p>Nun galt es die gleiche Fragestellung an <strong>Deepseek</strong> zu richten. Und so begab ich mich im World Wide Web auf den Weg nach China. Natürlich bestens ausgestattet mit der allerneuesten Version eines Antiviren-Programms und unter Nutzung eines VPN. Den Browser startete ich in einer „Sandbox“, um fernöstliche und andere Eindringlinge nicht auf meinen PC zu lassen.</p>
<p>Die erste Kontaktaufnahme mit der chinesischen KI scheiterte. Offenbar wegen überlasteter Server und Hacker-Angriffen. Erfolgreich war ich dann schließlich bei der Verbindung über einen nagelneuen Google-Account. Die Konversation erfolgte in englischer Sprache (hier in der Folge meist ins Deutsche übersetzt).</p>
<p>Meine erste <strong>Frage an Deepseek</strong> war, wie aktuell denn sein Wissensstand sei? Die Antwort lautete, dass sein „knowledge cutoff“ July 2024 wäre. Aber er(?) könne auch aktuell auf das Internet zugreifen. Diese Behauptung testete ich sogleich, indem ich fragte, welche beiden Teams gestern das Endspiel um den Superbowl erreicht hätten. Trotz mehrfacher Variation der Fragestellung fand Deepseek aber nicht die richtige Antwort. Daher muss wohl doch von einem Wissensstand Mitte 2024 ausgegangen werden.</p>
<p><em>Nun stellte ich die Frage, welches die unter Chance-Risiko-Aspekten aussichtsreichsten aktiv gemanagten Fonds oder ETFs für einen Anlagezeitraum von mindestens 10 Jahren seien. Vorausgesetzt würde ein gut informierter und risikotoleranter Kapitalanleger, der ein ausreichend diversifiziertes Portfolio für die Langfrist-Anlage anstrebe.</em></p>
<h3>Die <strong>Antwort von Deepseek</strong></h3>
<p>folgte schnell und sehr ausführlich:</p>
<p>„&#8230;</p>
<p><strong>Sample Portfolio Allocation (for a Risk-Tolerant Investor):</strong></p>
<ul>
<li><strong>40%</strong>: Broad Market U.S. Equity (e.g., VTI or IVV)</li>
<li><strong>20%</strong>: International and Emerging Markets (e.g., VEU or VWO)</li>
<li><strong>20%</strong>: Growth-Oriented ETFs (e.g., QQQ or ARKK)</li>
<li><strong>10%</strong>: Sector-Specific ETFs (e.g., XLV or ICLN)</li>
<li><strong>10%</strong>: Small-Cap/Mid-Cap ETFs (e.g., IWM or VO)</li>
</ul>
<p>This allocation balances growth potential with diversification, aligning with a long-term investment horizon. However, the investor should tailor the portfolio based on their specific goals and risk appetite. Consulting a financial advisor for personalized advice is also recommended. &#8230;“</p>
<p>Die einzelnen Sektoren wurden im Detail erläutert, z. B.:</p>
<p>„&#8230; Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) tracks the entire U.S. stock market, including large-, mid-, and small-cap stocks, &#8230; iShares Core S&amp;P 500 ETF (IVV) &#8230;</p>
<p>iShares MSCI Emerging Markets ETF (EEM) &#8230; Vanguard FTSE All-World ex-US ETF (VEU): Provides exposure to developed and emerging markets outside the U.S. &#8230; „</p>
<h3><strong>Was auffällt:</strong></h3>
<p>Deepseek erwähnte ausschließlich ETFs. Zitat: „&#8230;Low Costs: Choose ETFs with low expense ratios to maximize returns over time&#8230;“</p>
<p>Bemerkenswert ist weiterhin der starke Fokus auf US-Werte. Die 40% in „Broad Market U.S. Equity“, plus den Anteilen von US-Aktien in den anderen ETF, würden eine deutliche Übergewichtung der USA ergeben. Produkte mit dem Fokus auf asiatische oder europäische Aktien wurden gar nicht genannt. Emerging Markets nur am Rande erwähnt. Dass ich die Verbindung mittels VPN und einer niederländischen IP-Adresse aufgenommen hatte, spielte offenbar keine Rolle. Offenbar ging Deepseek davon aus, von einem US-Investor befragt zu werden.</p>
<p>Daher <strong>modifizierte ich die Fragestellung</strong> und betonte explizit, dass es sich um einen europäischen Investor handele. Und dass die besten aktiv gemanagten Fonds oder ETFs unter Chance-/Risiko-Aspekten gesucht würden.</p>
<p>Die nachfolgende Antwort erfolgte auch wieder recht schnell. Dabei wurden nun in erster Linie aktiv gemanagte Fonds und nur wenige ETF genannt.</p>
<p><strong>Deepseek:</strong></p>
<p>„&#8230;<strong>Sample Portfolio Allocation (for a Risk-Tolerant European Investor):</strong></p>
<ul>
<li><strong>30%</strong>: Global Equity Funds (e.g., Fundsmith Equity Fund or Baillie Gifford Global Discovery Fund)</li>
<li><strong>20%</strong>: U.S. Equity Funds (e.g., T. Rowe Price US Large Cap Growth Equity Fund)</li>
<li><strong>15%</strong>: Emerging Market Funds (e.g., Fidelity Emerging Markets Fund)</li>
<li><strong>15%</strong>: Thematic/Sector Funds (e.g., Pictet Global Megatrend Selection Fund or iShares Clean Energy UCITS ETF)</li>
<li><strong>10%</strong>: European Equity Funds (e.g., BlackRock European Flexible Equity Fund)</li>
<li><strong>10%</strong>: Small-Cap/Mid-Cap Funds (e.g., Aberdeen Standard Global Smaller Companies Fund)</li>
</ul>
<p>Final Thoughts: &#8230; For a balanced approach, combining actively managed funds with low-cost ETFs (e.g., for broad market exposure) can provide both growth potential and cost efficiency &#8230;“</p>
<p><strong>Was sich bei der zweiten Antwort geändert hat:</strong></p>
<p>Die regionale Aufteilung ist nun wesentlich stärker diversifiziert worden. Die genannten Fonds, z. B. Fundsmith, T. Rowe Price US oder Pictet Megatrend sind seit vielen Jahren am Markt und recht erfolgreich in ihren Peergroups. Bei den Fonds von BlackRock und Aberdeen handelt es sich um ältere Tranchen, vor Umbenennungen. Insgesamt ist der Portfolio-Vorschlag etwas growth-lastig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong><em>Fazit:</em></strong></h2>
<p>die Antworten von Deepseek erscheinen ähnlich qualifiziert wie die der anderen, zuvor befragten, KI´s. Welches der von Perplexity, Gemini, Copilot, ChatGPT und ihrem neuen chinesischen „Kollegen“ vorgeschlagenen Portfolios in 10 Jahre am erfolgreichsten sein wird, lässt sich seriös nicht einschätzen. Blind folgen sollte man den Ratschlägen der „künstlichen Intelligenzen“ ohnehin nicht. Letztlich handelt es sich NICHT um eine Hochrechnung, welche Fonds oder Etfs über eine langen Zeitraum besonders erfolgreich sein werden. Sondern um den Wissensextrakt diverser Fundstücke aus dem Internet, wo Menschen ihre Betrachtungen erläutert haben. Ein bekannter (menschlicher) Fondsmanager äußerte sich kürzlich einmal in dem Sinne, dass die KI´s gut &#8222;abschreiben&#8220; könnten.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Antworten von Deepseek wertvolle Einblicke bieten, jedoch nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage für Investitionen dienen sollten.</p>
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