Rohstoff-ETF im Härtetest: RICI vs. UBS CMCI – Depotabsicherung im Schatten des Iran-Konflikts

Chartvergleich Rici

Geopolitische Spannungen am Golf und Versorgungsängste bei Agrargütern: Im März 2026 versucht mancher Anleger mit einem Rohstoff-ETF sein Depot – zumindest teilweise – gegen Verluste abzusichern. Doch Vorsicht: das Produkt muss zum Marktumfeld passen. Im nachfolgenden Artikel werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Market Access RICI (A0JK68) und des UBS CMCI (A1C79N).

Die Rückkehr der „Real Assets“: Ein Blick auf 2022 und 2026

In Phasen massiver Angebotsschocks – wie wir sie zu Beginn des Ukraine-Konflikts 2022 und aktuell im März 2026 durch die Spannungen im Iran erleben – zeigen Rohstoffe ihre wahre Stärke als Depot-Absicherung. Während der europäische Leitindex STOXX Europe 600 und der US-amerikanische S&P 500 in diesen Phasen unter Druck gerieten, konnten breit diversifizierte Rohstoff-Indizes ihre Funktion als „natürliches Gegengewicht“ voll ausspielen.

Ein aktueller Chartvergleich (externer Link zu comdirect) verdeutlicht diese negative Korrelation eindrucksvoll: Wenn die Versorgungsketten (Energie, Getreide) politisch bedroht sind, wird der Rohstoff-ETF zum „Airbag“ im Depot. Dies war im Frühjahr 2022 (Beginn Ukraine-Krieg) der Fall und auch jetzt im März 2026.


1. Die Kosten-Analyse: Laufende Gebühren vs. Tracking Difference

Beim Market Access Rogers International Commodity Index UCITS ETF (A0JK68) müssen Anleger genau hinsehen. Das offizielle Basisinformationsblatt (KIID, Stand 01/2025) weist laufende Kosten von 0,60 % p.a. aus. Doch für die reale Performance ist die sogenannte Tracking Difference (TD) entscheidend.

Strukturbedingte Faktoren bei der synthetischen Abbildung (oft als „Swap-Drag“ bezeichnet) führen dazu, dass der ETF hinter seinem Referenzindex zurückbleiben kann. Die folgende Tabelle verdeutlicht die realisierte Abweichung basierend auf den offiziellen KIID-Daten:

KalenderjahrIndex-Performance (EUR)ETF-Performance (Netto)Tracking Difference
2024+13,72 %+12,21 %-1,51 %
2023-7,95 %-9,38 %-1,43 %
2022+27,60 %+25,52 %-2,08 %

Datenquelle: Basisinformationsblatt (KIID) LU0249326488 vom 30.01.2025.

Anleger zahlen hier also eine effektive „Prämie“, die deutlich über der reinen Verwaltungsgebühr liegt. Im Vergleich dazu operiert der UBS CMCI Composite SF UCITS ETF (A1C79N) mit einer Pauschalgebühr von nur 0,34 % p.a.

Details bei UBS.

Facts zu dem „RICI“ bei: Marketaccessetf


2. Rohstoff-ETF Depotabsicherung: Warum der RICI dennoch glänzen kann

Trotz der höheren Kostenstruktur bietet der RICI (Rogers International Commodity Index) eine Besonderheit: Er ist mit 38 Rohstoffen extrem breit aufgestellt und gewichtet diese nach ihrer globalen wirtschaftlichen Bedeutung – nicht nach ihrer Liquidität an den Terminbörsen.

  • Front-Month-Sensitivität: Der RICI reagiert durch seine Roll-Strategie oft sensibler auf kurzfristige Spot-Preis-Explosionen. In einem akuten Krisen-Szenario wie im März 2026 liefert er damit genau das „Beta“, das zur Kompensation von Aktienverlusten benötigt wird.
  • UBS CMCI als Alternative: Der UBS-ETF nutzt die „Constant Maturity“-Technik. Er glättet das Rollen der Kontrakte über die gesamte Kurve. Das ist kosteneffizienter für Langfristanleger, dämpft aber die „Hedge-Wirkung“ bei plötzlichen Preissprüngen.

3. Die Währungs-Frage: EUR-Hedge als taktische Wette?

Ein oft übersehener Faktor ist die Währung. Rohstoffe werden in USD gehandelt. Eine ganze Reihe von Experten geht davon aus, dass der US-Dollar nach einer Deeskalation am Golf wieder gegenüber dem Euro verlieren könnte. In diesem Fall würde die währungsgesicherte Tranche des UBS-Produkts (WKN: A1C79Q) einen Schutz gegen Währungsverluste beinhalten, den die Standard-Tranche des RICI nicht bietet.

💡 Fazit

  • 🛡️ Taktischer Schutz: Der Market Access RICI ist die „leistungsstarke Versicherung“ für Krisenphasen, erfordert aber Akzeptanz der höheren Tracking Difference.
  • 📈 Strategische Allokation: Der UBS CMCI ist aufgrund der Roll-Optimierung und geringerer Kosten die smartere Wahl für das langfristige Depot.
  • ⚠️ Kein Selbstläufer: Rohstoffe sind kein „Set-and-Forget“-Investment, sondern benötigen aktives Monitoring der Geopolitik.

 

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