Biotech-Sektor im Fokus: Der „JPM-Effekt“ – Mythos oder Renditebringer?
Es ist wieder soweit: Im Januar blickt die Finanzwelt gespannt nach San Francisco zur JP Morgan Healthcare Conference. Unter Tradern gilt diese Woche oft als der „Super Bowl“ der Branche. Doch sorgt die Konferenz wirklich für die legendären Impulse im Biotech-Sektor, von denen man immer wieder liest?
Die legendäre 85 %-Statistik
Blickt man in die Vergangenheit, stößt man auf beeindruckende Zahlen. Historische Analysen zeigten, dass der Biotech-Sektor in der Woche der Konferenz den Gesamtmarkt (S&P 500) in 85 % der Fälle schlagen konnte. In einem Zeitraum von 16 Jahren übertraf der NYSE Arca Biotechnology Index (BTK) den Markt während der Konferenzwoche im Schnitt um fast 3 %.
Realitätscheck: Funktioniert der Effekt auch 2026 noch?
Wie so oft an der Börse gilt: Wenn eine Anomalie zu bekannt wird, schwindet ihr Effekt. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen ein differenzierteres Bild:
- Vorziehen des Effekts: Viele Anleger kaufen heute bereits im Dezember („Antizipation“), sodass positive Nachrichten zum Konferenzstart oft schon „eingepreist“ sind.
- Volatilität statt Einbahnstraße: Die Kursschwankungen nehmen in der JPM-Woche zwar massiv zu, die Richtung ist aber nicht mehr so eindeutig „nach oben“ wie noch vor zehn Jahren.
Aktuelle Lage im Januar 2026
Trotz der Abschwächung der alten Statistiken sieht es aktuell wieder spannend aus. Der Biotech-Sektor (gemessen am iShares Biotechnology ETF – IBB) ist mit enormem Momentum ins Jahr 2026 gestartet. Allein in der ersten Januarwoche konnte der IBB um 4,2 % zulegen, während der S&P 500 lediglich um 0,6 % stieg. Die Hoffnung auf neue M&A-Deals im Umfeld der diesjährigen Konferenz scheint die Kurse aktuell wieder massiv zu beflügeln.
Chartvergleich: 6 Jahre Comdirect
mit einem Zertifikat auf den AMEX Biotech Index, ETF auf den Nasdaq Biotech und den aktiv gemanagten Fonds von Polar Capital und Janus Henderson, welche sich in den letzten Jahren bewährten und die passiven Produkten outperformten
Aktuelle News von der Konferenz:
bei mmm-online
Fazit für Anleger:
Der „JPM-Effekt“ ist als psychologisches Phänomen weiterhin präsent. Wer jedoch auf die reine 85 %-Statistik wettet, sollte vorsichtig sein. Das Timing hat sich nach vorne verschoben – die Hausaufgaben müssen bereits vor der Konferenzwoche gemacht werden.
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Quelle der historischen Daten: godmode-trader.de / Eigene Analysen.
